Es ist zwar streng genommen zwei Tage zu spät, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, dem feurigen Fuchs zum zehnten Geburtstag zu gratulieren: Alles Gute, Firefox!

Auch wenn man einen anderen Browser bevorzugt, so ist es großartig, was Mozilla im Interesse offener Standards, individueller Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit und Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen geleistet hat und leistet.
Auch das, was Geheimdienste unbemerkt im Internet tun können und der Einfluss, den sie dadurch ausüben (siehe auch: Chilling effect) zeigt, wie wichtig Transparenz, aber auch Datenschutz und die Abwägung individueller Interessen sind.

Natürlich sorgt der Fuchs auch für Kontroversen: Schon der Deal mit Google, die Suchmaschine als Gegenzug für finanzielle Unterstützung von Mozilla als Standard einzustellen, lässt die Abwesenheit wirtschaftlicher Interessen bezweifeln. Andererseits muss sich ein unabhängiges, gemeinnütziges Projekt eben auch finanzieren. Und da ist mir persönlich die Präferenz einer Suchmaschine, die sich mit wenigen Mausklicks ändern lässt sehr viel lieber als eventuell undurchsichtigere Praktiken.
Dennoch ist auch die Generalüberholung der Benutzeroberfläche mit Veröffentlichung der Version 29 und der damit neuen Benutzeroberfläche mit dem Namen “Australis” ein häufig kritisierter Schritt Mozillas, weil viele Nutzer gerade darin den Verlust ihrer geliebten Anpassungsmöglichkeiten und somit eines Alleinstellungsmerkmals des Browsers sahen. Dafür sprechen auch die Kommentare und Downloadzahlen des beliebten Add-Ons Classic Theme Restorer. In vielen Fällen ist der Mensch dann aber auch Gewohnheitstier und trennt sich ungern von Bekanntem und Bewährtem.

Anlässlich des zehnten Geburtstags des Browsers hat die Vorsitzende von Mozilla, Mitchell Baker, einen Artikel bei re/code veröffentlicht, der sich mit dem Thema offenes Web beschäftigt und eine Bestandsaufnahme von der Veröffentlichung von Firefox 1.0 bis heute durchführt.
Auch dieser Artikel polarisiert offenbar, wie die Kommentare zeigen, in denen der größte Konkurrent Google Chrome Erwähnung findet - aus nachvollziehbaren Gründen, denn auch für mich ist Chrome für den Bereich der Webentwicklung immer noch erste Wahl. Dort hat sich aber spätestens mit Veröffentlichung der Developer Edition ebenso Konkurrenz etabliert. Und die dunkle Benutzeroberfläche sieht auch noch hervorragend aus.

Also: Weiter so, Mozilla! Weiter so, Firefox! Auf die nächsten Zehn.