Da ich selbst seit Beginn meiner Tätigkeit als Webentwickler - also schon in der Trainee-Zeit bei der großen, grün-schwarzen Agentur - vor allem mit und im Content Management System TYPO3 arbeite und damit Websites im Kundenauftrag umsetze, hat mich der offene Brief des FluidTYPO3-Entwicklers Claus Due bezüglich der Gestaltung und Einhaltung von Konventionen sehr angesprochen.

Die ca. 30-minütige Lesezeit des, zugegeben langen, Briefs ist jedenfalls gut investiert, denn in vielen Punkten könnte ich Claus kaum mehr zustimmen. Gerade in der ersten Zeit der Arbeit an TYPO3-Websites war die viele notwendige Konfigurationsarbeit vor Gestaltung und Einbindung der benötigten Seitentemplates (seinerzeit noch mit TemplaVoila!) doch eher abschreckend und sorgte für eine gefühlt sehr steile Lernkurve.

Auch der Punkt 4. Mine cutting utensil be too grand ist aus meiner Sicht völlig gerechtfertigt. Insbesondere in Gesprächen mit Entwicklerkollegen, die weniger mit TYPO3 zu tun hatten und haben stellte sich häufig die sinngemäße Frage nach der Notwendigkeit der Verwendung eines so vermeintlich mächtigen CMS. Zum Teil stimmt das ja auch, gerade angesichts der Vielzahl der Erweiterungen wünschte ich mir so manches mal eine Anleitung, sei es nur in Form empfehlenswerter Extensions.

Lediglich beim Thema der ViewHelper (Punkt 6 bei Claus) würde ich die Priorität umkehren, da ich mich eher in der Rolle des Integrators/Designers sehe und eher selten Plugins entwickle. Aber Claus schreibt ja selbst:

If I had to choose the two most important feature aspects of FluidTYPO3 it would be those two, in that order. I choose that order because I mainly develop plugins - a designer or integrator would likely reverse the priority.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die TYPO3 Core Entwickler für Version 7 des CMS einige Punkte des Briefs zu Herzen nehmen, der erste Kommentar zum Post von Claus deutet jedenfalls darauf hin.

Frohes Schaffen!